Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)

Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)

Unter dem Begriff Hyperakusis versteht man eine negativ bewertete subjektive Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen normaler Lautstärke. Zusätzlich rufen solche Geräusche bei vielen Betroffenen Angstreaktionen mit Zunahme der Muskelspannung, Schmerzempfindung und Unruhe hervor.

 


Ursachen der Geräuschüberempfindlichkeit

Hyperakusis entsteht häufig bei sensiblen, schon immer lärmempfindlichen Patienten, nach einem Lärmtrauma oder einer als unangenehm empfundenen Lärmbelastung. Sie tritt auch häufig im Zusammenhang mit einem Hörsturz auf und ist sicher Ausdruck einer gestörten Hörwahrnehmung mit einer eingeschränkten Hörfilterfunktion.

Im Gegensatz dazu liegt eine Phonophobie vor, wenn hörgesunde Menschen nur auf einige, bestimmte mit negativen Erfahrungen verküpften Geräusche empfindlich reagieren (z.B. Kinderstimmen bei Lehrern und Erziehern).

Therapie bei Geräuschüberempfindlichkeit

Die Therapie besteht wie beim Tinnitus darin, die gestörte Hörwahrnehmung zu verändern, die Filterfunktionen im Gehirn zu stabilisieren. Abbau von Angst und Vermeidungsverhaltens spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.

Frau Dr. Beyer-Niesen besitzt langjährige Erfahrungen in der Hyperakusis-Therapie und wendet diese auch alleine oder im Rahmen der Tinnitus-Therapie an.

 
 
 
 
 
 

Hyperakusis (Quelle: wikipedia)

Regelmäßig findet man eine solche Intoleranz gegenüber lautem Schall bei Schwerhörigen mit einer Haarzellschädigung im Innenohr. Solche Schwerhörige können zwar leiseren Schall nicht hören, nach Überschreiten der Hörschwelle nimmt jedoch die Lautheitsempfindung mit dem Schallpegel viel rascher zu als beim Normalhörigen, sodass bei höheren Pegeln der Schall unangenehm oder gar unerträglich laut empfunden wird. Man bezeichnet dieses Phänomen als Recruitment. Die überwiegende Zahl an Schallempfindungsschwerhörigen weist ein Recruitment auf und leidet daher an einer mehr oder minder ausgeprägten Intoleranz gegenüber lautem Schall. Dieses Symptom des Recruitments wird oft auch als Hyperakusis bezeichnet. Bei der Versorgung mit Hörgeräten von Schwerhörigen mit Recruitment wird durch technische Maßnahmen verhindert, dass zu lauter Schall in das Ohr abgegeben wird.

Zu unterscheiden davon sind Patienten, bei denen trotz normaler oder annähernd normaler Hörschwelle eine krankhafte Empfindlichkeit gegenüber lautem Schall besteht, bei denen die Hyperakusis also eine eigenständige Krankheit darstellt. In diesen Fällen ist offenbar die zentrale Verarbeitung des Hörens gestört. Die Ursachen können vielfältig sein (Schädel-Hirn-Traumata, Borrelien-Infektion, posttraumatische Belastungsstörung, Depression, Migräne), in den meisten Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar. Eine Behandlung der Hyperakusis kann durch eine Tinnitus-Retraining-Therapie oder Verhaltenstherapie erfolgen, die Erfolgsquoten sind jedoch ungeklärt.

Ein besonderer Fall der Hyperakusis entsteht durch den Ausfall des Stapediusreflexes wegen einer Gesichtslähmung. Bei einer solchen Lähmung ist auch die Reflexbahn jenes Reflexes unterbrochen, der im Mittelohr zur Dämpfung lauten Schalls dient. Bei einer, wie meist, nur einseitigen Lähmung tritt die Hyperakusis nur auf der gelähmten Seite auf.

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