Innenohrhaarzell- und Hirnnervendiagnostik (BERAOAE)

Innenohrhaarzell- und Hirnnervendiagnostik (BERA/OAE)

Was sind OAE?

Die otoakustischen Emissionen (OAE) sind Töne oder Schallwellen, die auf der Basilarmembran der Hörschnecke gebildet und nach außen in den Gehörgang abgestrahlt werden. Sie entstehen durch die Fähigkeit der äußeren Haarzellen, sich auf einen Schallreiz hin zu kontrahieren. (Aktiver mechanischer Prozess des Innenohres)

Die Kontraktionsbewegung der äußeren Haarzellen führt zu einer verstärkten Auslenkung der Basilarmembran an den Stellen, die bestimmten Tönen (Frequenzen) zugeordnet werden. Damit verstärken sie die mechanische Energie der im Innenohr laufenden Schallwellen.

Bietet man dem Ohr eine Serie von Klicks (Frequenzgemisch von 1000 bis 5000 Hz) mit einer Lautstärke von ca. 70 dB an, so erzeugen die äußeren Haarzellen in einem gesunden Hörorgan neue Schallwellen, die transitorisch evozierten OAE (TEOAE). Diese werden von einem empfindlichen Mikrofon registriert.

So kann man davon ausgehen, dass der Nachweis von OAE den Rückschluss auf funktionstüchtige äußere Haarzellen im Innenohr zulässt. Damit kann bis auf seltene Ausnahmen auf ein intaktes Gehör geschlossen werden.

Unmittelbar nach der Geburt sind die OAE nicht sicher messbar, da sich im Mittelohr noch Fruchtwasser befindet, aber in den ersten Lebenstagen und Lebenswochen sind die Emissionen von normalhörenden Ohren besonders hoch.


Was ist die BERA?

Die Abkürzung steht für Brainstem Electric Response Audiometry. Auf Schallreize können typische hirnelektrische Aktivitäten gemessen werden. Kurz nach einem Click aus einem Kopfhörer vor dem Ohr über den Gehörgang und das Mittelohr reagiert das Innenohr nach der mechanoelektrischen Übertragung mit einer Erregung, die über den Hörnerv und die Hörbahn bis in die Hörrinde geleitet wird. Dieser Weg wird überprüft. Dazu werden die Ableitstellen am Warzenfortsatz und der Stirn oder dem Scheitel gereinigt und Elektroden angeklebt. Die elektrische Erregung braucht für den Weg durch den Hirnstamm knapp 10 ms, bis zur primären Hörrinde im Schläfenlappen etwa 50 ms. Findet man innerhalb der ersten 7 ms die typische Welle V, ist das ein Hinweis auf eine intakte Hörbahn. Diese Welle V ist auch bei Klicks nachweisbar, die so leise sind, dass sie an der Hörschwelle der Patienten für die Frequenzen zwischen 1 und 5 kHz liegen. Damit erhält man einen objektiven Wert über das Hörvermögen.

Mit der Aussage über das Innenohr und die Hörbahn ist die BERA den OAE (Aussage über die äußeren Haarzellen, den cochleären Verstärker im Innenohr) überlegen.

Sie ist aber viel zeitaufwändiger. Deshalb wird die BERA erst bei den testauffälligen Kindern, oder Erwachsenen eingesetzt.

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